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Lernen, wie man lernt – Lernen lernen?

Was bedeutet Lernen eigentlich, was passiert dabei im Gehirn? Wie genau funktioniert das? Du bist viele Jahre lang zur Schule gegangen, hast vielleicht ein Studium absolviert, Fortbildungen gemacht. Trotzdem hat Dir nie jemand erklärt, wie man richtig lernt. Du bist nicht alleine damit: Im deutschen Schulsystem gibt es kein Fach „Lernen lernen“. Leider. Denn Lernen kann man lernen.

 

Hier ein Lerntipp, dort ein gut gemeinter Rat – das sind Tropfen auf dem heißen Stein. Denn wenn Du ehrlich bist: So richtig aufschlussreich ist das alles noch nicht. Lernen hat viel mit Strategie und Technik zu tun. Dein Gehirn ist ein leistungsstarkes Werkzeug, dass Du nur richtig einsetzen musst. Stell Dir das vor wie Computerprogramm: Du gibst etwas ein, „drückst verschiedene Buttons“, die Informationen werden verarbeitet, etwas anderes kommt am Ende heraus. Für jedes Computerprogramm gibt es eine Bedienungsanweisung. Du hast keine Bedienungsanleitung für Dein Gehirn und kannst das Programm „Lernen“ nicht nutzen?

Zum Glück haben findige Forscher herausgefunden, wie man Lernen lernen kann. Sie haben eine Lernstrategie entwickelt. Sie haben noch eine Lernstrategie entwickelt. Und noch eine. Warum? Weil Menschen unterschiedlich lernen. Wenn Du das Lernen lernen willst, ist nicht die eine Strategie für Dich das einzige Wahre, sondern es kommen verschiede Strategien in Frage. Welche die beste Lernstrategie für Dich ist, findest Du selbst heraus. Wir helfen Dir dabei. Und natürlich hilft Dir auch der ein oder andere Lerntipp dabei.

Was bedeutet lernen? Was passiert dabei im Gehirn?

Es gibt keine feste Grenze, ab wann der Mensch etwas lernt. Jede Erfahrung ist mit Lernen irgendeiner Art und Weise verbunden. Das betrifft schon ungeborene Kinder: Sowie das Gehirn angelegt ist und die ersten Nerven sich verbinden, lernen wir. Es gibt verschiedene Arten von Lernen. Da ist einerseits das Netz von Nervenzellen, dass das Gehirn mit dem Rückenmark und jedem einzelnen noch so kleinen Muskelfaserbündel irgendwo im Körper verbindet. Augen öffnen, Fußzehen bewegen, krabbeln und laufen: Das ist etwas, was Kinder erst lernen müssen. Ihre Lernstrategie: Ausprobieren, bis es klappt. Das ist eine gute Lernstrategie. Denn so kleine Kinder können noch nicht wirklich das Lernen lernen. Sie sind neugierig, wollen die Welt entdecken und erleben – und dadurch lernen sie. Sie brauchen keinen Lerntipp.

Aber was genau passiert dabei im Körper? Jede neue Erfahrung, jede neue Bewegung, jeder neue Sinneseindruck wird in Form von elektro-chemischen Signalen an Rückenmark und/oder Gehirn geleitet. Dort werden die Eindrücke eingeordnet. Das Gehirn versucht, sie mit vorhandenen Erfahrungen zu verbinden. Damit das funktioniert, werden Nervenzellen angelegt, Synapsen verbunden, die Gehirnstruktur wird ständig umgebaut und verändert.

Eine neue Erfahrung wird dann „fest“ im Gehirn verankert, wenn sie mit möglichst vielen anderen Eindrücken und Erfahrungen verknüpft werden kann. Wissen und Können ist also, wenn man es auf die Ebene von Körperzellen herunterbricht, lediglich ein eng verknüpftes Netz von Nervenzellen. Je mehr wir bereits wissen und können, desto einfacher können wir uns neues Wissen erschließen und merken. Kinder lernen zwar vermeintlich besonders schnell. Das liegt aber nicht an der tollen Lernstrategie oder daran, dass sie jeden Lerntipp befolgen. Es liegt einfach daran, dass sie so viel Neues entdecken und kennenlernen. Und sie sind noch im Wachstum. Ihr Gehirn hat die Fähigkeit, sehr schnell neue Nervenzellen aufzubauen. Im Alter von 30 Jahren spätestens ist dieses rasante Wachstum abgeschlossen. Du kannst immer noch lernen. Aber es geht etwas langsamer.


Lernen lernen

Schlaf ist nicht nur für dein Körper wichtig, sondern auch für dein Geist.


Wichtiger als jeder Lerntipp: Zum Wachsen und zum Aufbau neuer Verbindungen benötigt das Gehirn Nährstoffe. Eiweiß ist besonders wichtig, aber auch eine Spurenelemente werden insbesondere für die Stoffwechselfunktionen im Gehirn benötigt. Wusstest Du, dass Du Dein Gehirn wie einen Muskel trainieren kannst? Mein erster Lerntipp an Dich: Üben! Und so, wie ein Leistungssportler mit den entsprechenden Ergänzungsmitteln und Protein-Shakes seiner Muskulatur immer genau den richtigen Nährstoffmix zum Wachsen zur Verfügung stellt, kannst Du das für Dein Gehirn auch tun. Das ist mein zweiter Lerntipp für Dich. Lernen ist lernen mit Deinem Körper zusammen. Lernen lernen bedingt, dass Du Deine Bedürfnisse kennst und berücksichtigst.

Lernen lernen und unterschiedliche Sinne berücksichtigen

Lernen ist nicht gleich lernen. Der Lerntipp, der bei Deinem besten Kumpel eine todsichere Sache ist, funktioniert bei Dir überhaupt nicht. Warum funktioniert der Lerntipp nicht? Weil jeder Mensch anders lernt. Dein Kumpel kann sich vielleicht Dinge besonders gut merken, die er irgendwann einmal gelesen hat. Du nicht. Du vergisst dagegen nie etwas, was Du einmal selbst getan hast. Im Prinzip kann jeder Mensch über alle Kanäle lernen – lernen wir aber über alle Kanäle gleich? Nein. Lesen, hören, sehen, ertasten und erriechen, Dinge selbst durchführen sind unterschiedliche Kanäle. Jeder Mensch lernt über jeden Kanal, aber eben unterschiedlich gut. Willst Du das Lernen lernen, Deine eigene Lernstrategie entwickeln, dann solltest Du erst einmal heraus finden, ob Du eher der visuelle oder eher der auditive Lerntyp bist.

Lernen lernen mit Zeit: Noch ein Lerntipp

Wenn Du das Lernen lernen willst, musst Du wissen, dass Lernen immer Zeit in Anspruch nimmt. Wenn Du Sport treibst, kennst es vielleicht aus dem Training: Eine bestimmte Bewegungsabfolge kannst Du zweimal, zehnmal, hundertmal hintereinander üben, sie sitzt einfach nicht. Du machst eine Pause, schläfst eine Nacht darüber. Du trainierst noch einmal am nächsten Tag. Und plötzlich, ohne dass Du weißt warum, klappt es. Lernen ist Lernen im Schlaf. Die Informationen über neue Bewegungen wie auch neue Mathe-Formeln oder anderes werden zwar im Training aufgenommen. Aber die neuen Verknüpfungen im Gehirn, die neuen Nerven, werden erst dann angelegt, wenn Du ruhst und Deinem Körper die Zeit dafür gibst. Wenn Du Lernen lernen willst, lerne Geduld zu haben.

 

Der Lernstoff muss insgesamt siebenmal wiederholt werden, so lautet eine gängige Lernstrategie. Lernen lernen heißt, diese Strategie kennen. Die Lehrpläne für die einzelnen Schuljahre sind darauf basierend aufgebaut. Jede einzelne Schulstunde berücksichtigt das. Neues Wissen oder eine neue Fähigkeit wird nach etwa zehn Minuten zum ersten Mal wiederholt. Die nächste Wiederholung sollte nach ein oder zwei Stunden stattfinden. Jetzt hast Du Dein Gehirn schon dreimal mit dem neuen Lernstoff konfrontiert. Am nächsten Tag gibt es eine weitere Wiederholung, nach einer Woche noch eine. Fünfmal ist das neue Zeug aufgetaucht. Dein Gehirn verknüpft die Informationen inzwischen. Jetzt ist es nur noch eine Frage, wie schnell Du den Lernstoff auch abrufen kannst. Eine weitere Wiederholung nach ein bis zwei Monaten und noch eine nach einem halben Jahr reichen aus: Du wirst das Gelernte vermutlich nie wieder vergessen. Wenn Deine Lehrkräfte Dir also den Lerntipp geben, dass Du Dir Zeit lassen sollst, weißt Du jetzt, was damit gemeint ist. Es bedeutet nicht, dass Du erst am Abend vor der Prüfung in die Bücher guckst. Das ist die katastrophalste Lernstrategie überhaupt. Mit Lernen lernen hat es nichts zutun.

Lernen lernen: Diese Lernstrategie ist zielführend!

Lernen und wieder lernen ist eine gute Lernstrategie. Teil Dir Deine Zeit in kurze Lerneinheiten ein. Lernen ist lernen für zwanzig oder dreißig Minuten, dann mach eine Pause. Wiederhole das Gelernte. Lerne Neues, das darauf aufbaut, mach wieder eine Pause. Wiederhole wieder, baue weiter auf. Der Wechsel hilft Dir, Gelerntes nicht zu vergessen und neue Inhalte damit zu verknüpfen.

Der nächste Lerntipp: Stress schließt Lernen aus. Lernen funktioniert nicht, wenn Du abgelenkt bist. Wähle Deinen Arbeitsplatz gut aus, schalte Dein Smartphone aus oder wenigstens lautlos. Soziale Medien sind tabu, alle fünf Minuten E-Mails checken ebenfalls. Zum Lernen lernen gehört, Ablenkungen zu meiden lernen.

Zu einer guten Lernstrategie gehört, dass Du herausfindest, was Deine Konzentration fördert.

Bewegung Office

Regelmässige Bewegung ist wichtig beim lernen.

Manche Menschen können nur in absoluter Stille lernen. Lernen funktioniert aber vielleicht auch, wenn leise Musik im Hintergrund läuft. Oder wenn Du das „weiße Rauschen“ im Radio hörst. Vielleicht ist der für Dich beste Lerntipp ja, an einem öffentlichen Ort wie der Bibliothek, Deiner Lieblingskneipe oder im Park zu lernen?

Nächster Lerntipp: Bewege Dich. Zum Lernen lernen gehört Wissen. Unter anderem das Wissen, dass Dein Gehirn nur bei ausreichender Durchblutung und guter Sauerstoffversorgung funktioniert. Und beides stellst Du sicher, indem Du etwas für Dein Herz-Kreislauf-System tust. Cardio-Training ist eine tolle Sache, aber eine Stunde Spazierengehen im Wald tut es auch. Mein Lerntipp ist also: Treibe moderaten Sport.

 

Lernen lernen mit dem richtigen Equipment

Klingt nach Werbung, hilft aber tatsächlich beim Lernen. Lernen ist eine Frage der Organisation. Du musst nicht nur Deine Lernstrategie entwickeln und Dein Zeitmanagement im Griff haben, sondern auch Deinen Lernstoff organisieren. Markiere wichtige Inhalte in Leuchtfarben. Und zwar in zwei unterschiedlichen Farben: Grundsätzliches Wissen (wie Formeln, Grammatikregeln etc.) bekommen konsequent eine Farbe zugewiesen, die genaue Anwendung und weiterführende Informationen bekommen eine zweite Farbe.

Lege eine Lernkartei an. Lernen ist lernen durch Wiederholen. Entweder arbeitest Du mit Karteikarten, die Du nach jeder Wiederholung (und gewussten Inhalten) ein Fach weiterrutschen lässt, bis die für eine gute Lernstrategie nötigen sieben Wiederholungen durch sind. Oder Du schreibst die wichtigsten Dinge auf Post-Ist, die Du dort verteilst, wo Du ihnen mehrmals täglich begegnest. Auf dem Zahnputzbecher, auf der Milchflasche im Kühlschrank, auf dem Portemonnaie beispielsweise. Lernen ist lernen durch wiederholen, Du wiederholst durch die ständige Konfrontation. Noch ein Lerntipp: Funktioniert besonders gut mit Vokabeln.

Für eine gute Lernstrategie musst Du Deinen Lernstoff strukturieren: Was musst Du überhaupt lernen? Lernen in welchem Zeitrahmen? Welche Themengebiet umfasst das Lerngebiet? Welche Inhalte stehen wo und wie groß ist der Umfang der einzelnen Gebiete? Gute Organisation spart Lernen, denn es ist Lernen.

Du willst das Lernen lernen. Andere Menschen gewinnen Preise für ihre hervorragende Gedächtnisleistung. Wie können sich Menschen innerhalb von Sekunden Folgen von Hunderten vierstelliger Zahlen merken? Sie haben eine Lernstrategie. Sie bauen sich Eselsbrücken, beispielsweise über Bilder. Denk Dir, Du musst Dir eine Einkaufsliste merken. Karotten, Brötchen, Milch, Erbsen, eine Tube Senf und zwei Kilo Hackfleisch. Schwierig? In der Tat. Mit der LOCI-Methode wird es einfach. Du stellst Dir vor, wie Du die Karotten wie Schuhlöffel hinten in Deine Latschen packst. Die Brötchen klebst Du Dir auf die Kniescheiben, die Milch gießt Du in die Hosentaschen. Du legst mit einzelnen Erbsen eine Spur von Deinem Bauchnabel nach oben zur Brust, rechts und links durch die Achselhöhle bis auf die Schultern. Hinter Deinem Ohr steckt kein Bleistift, sondern eine Tube Senf. Matschhirn bei soviel Unfug? Richtig! Zwei Kilo Hackfleisch! Jede Wette, dass Du nicht nur Lachtränen in den Augen, sondern auch die Einkaufsliste im Kopf hast. Das ist nur eine Lernstrategie – es gibt noch weitere Gedächtnismethoden, die überaus gut funktionieren.

 

 

Zusammenfassung zum Lernen lernen: Das ist Deine Lersntrategie!

Lernen kann man lernen. Zum Lernen lernen brauchst Du Hintergrundwissen. Du musst wissen, wie Lernen funktioniert und was Dein Gehirn macht. Nur so kannst Du Lernen lernen. Der ein oder andere Lerntipp ist hilfreich, aber nicht jeder Lerntipp ist für jeden Menschen geeignet. Deine Lernstrategie musst Du selbst entwickeln. Eine Lernstrategie besteht aus der sinnvollen Anwendung von mehr als einem Lerntipp. Eine ordentliche Ernährung mit Nahrungsergänzungsmitteln helfen Dir beim Lernen. Lernen wird auch einfacher, wenn Du Deine Lernumgebung sinnvoll gestaltest. Du kannst Lernen lernen, indem Du Deinen Lernstoff organisierst. Und zum Lernen lernen solltest Du Dich unbedingt mit Gedächtnismethoden auseinandersetzen. Alles klar? Dann mal los!

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